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Diakonie-Neu-Ulm-Newsletter

 

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Ausgabe 03/2013 vom 27.06.2013

Informationen bzgl. Ein- und Austragung aus der Newsletter-Abonnentenliste finden Sie am Ende dieser Ausgabe.

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

mit diesem Newsletter informieren wir Sie über aktuelle Neuigkeiten rund um das Diakonische Werk Neu-Ulm e.V. sowie berichten über regionalen und  überregionalen soziale und diakonische Themen.
Haben Sie Anregungen,  wie wir unseren Internet-Service noch weiter verbessern können? Dann  schreiben Sie uns. Ihre Anregungen und Erfahrungsberichte sind uns eine  wertvolle Hilfe!

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen unseres Newsletters und helfen Sie uns, damit wir weiterhelfen können.

Ihr Diakonie-Team

verwaltung@diakonie-neu-ulm.de
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INHALT

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Jubiläumsmitarbeiterfest 2013

Anstatt eines Betriebsausflugs fand heuer am 21.06.2013 ein großes Fest für die Haupt,- nebenamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Diakonischen Werkes Neu-Ulm e.V. statt. Rund 260 Personen genossen das tolle Ambiente der Oldtimerfabrik und den lauen, gemeinsamen und vergnügten Sommerabend mit "Kind und Kegel".

Wir danken den Betreibern der Oldtimerfabrik in Neu-Ulm für die kostenlos zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten, der Firma Gastro Menü für ein wirklich leckeres und leichtes Sommerbuffet, Cordula Wegerer und Band für die tolle Musik und last but not least dem Kinderzirkus MiMa und der Kindertanzgruppe aus Leipheim.

Hier die Fotos:

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Kurznachrichten aus dem Familienzentrum
(In Ökumenischer Trägerschaft mit Caritas Neu-Ulm/Günzburg)

 

  • Im Juni besuchten uns Mitglieder der CSU-Fraktion und informierten sich über die aktuelle Situation im Familienzentrum.
  • Auch eine Vertreterin der Stadtverwaltung Ulm war da, um etwas von unserer täglichen Arbeit, unserem Konzept und unserer Struktur zu erfahren.
  • Schülerinnen und Schüler der Kinderpflegeschule Ulm interessierten sich ebenfalls über die Arbeit in einem Familienzentrum und kamen im Rahmen ihres berufspraktischen Unterrichtes zu Besuch.
  • Im Rahmen Aktionswoche "Wohlfühlen in Neu-Ulm 2013" war das Familienzentrum sowohl am 15.06. bei der Messe "Weiblich" im Edwin-Scharf-Haus als auch bei der Gesundheitsmesse am 22.06. beim Rathaus mit verschiedenen Aktionen vertreten.
  • Gemeinsam mit der Malakademie Hoffmann haben wir Kinder und Jugendliche zur Teilnahme am Malwettbewerb " Meine Stadt Neu-Ulm" eingeladen. Fast 200 Kinder und Jugendliche im Alter von drei bis siebzehn Jahren haben in Bildern festgehalten, was sie mit Neu-Ulm verbindet. Am internationalen Tag, 01.06., wurde die Ausstellung eröffnet.
  • Nicht nur das Leben im Familienzentrum ist bunt, sondern inzwischen ist auch unsere Einrichtung bunter geworden: wir haben neue Stühle und Tische. Danke an die Verantwortlichen
  • Veränderungen in der Vorstandschaft "Freundeskreis Familienzentrum": Wir danken Herrn Hintze für die Unterstützung als Kassierer und Frau Neulist als 2.Vorsitzende und begrüßen Almut Urban (ehemals Beisitzerin) als NEUE 2. Vorsitzende, Gudrun Fischer (ehemals Beisitzerin) als NEUE Kassiererin und Karl-Martin Wöhner als NEUEN Beisitzer in unserer Vorstandschaft!

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Präventionsstelle für Wohnraumerhalt wird personell erweitert und nimmt ab 2014 die Arbeit unter Ökumenischer Trägerschaft auf

Am 14.06.2013 hat der Kreisausschuss des Landkreises Neu-Ulm die Förderungen je einer gemeinsamen Stelle für Wohnraumprävention des Diakonischen Werkes Neu-Ulm e.V. und des Caritasverbandes Neu-Ulm/Günzburg e.V. beschlossen. Alle Kommunen des Landkreises hatten im Vorfeld befürwortende Beschlüsse gefasst. Somit wird die Förderung der Präventionsstelle von einer einstimmigen Mehrheit der Kommunen im Landkreis getragen. Der Landkreis fördert die Arbeit als freiwillige Leistungen bis auf Weiteres.

Die Diakonie Neu-Ulm und die Caritas Neu-Ulm / Günzburg werden ab 2014 die Präventionsstelle für Wohnraumerhaltung unter Ökumenischer Trägerschaft anbieten. Die Stelle wird mit 2 Vollzeitstellen, Verwaltung und Leitung ab Januar 2014 die Arbeit fortführen und nun auch entsprechend dem tatsächlichen Bedarf tätig werden können.

Die Präventionsstelle für Wohnraumerhaltung berät und unterstützt Menschen, die vom Verlust ihrer Wohnung und somit von Obdachlosigkeit bedroht sind. Im Zentrum stehen dabei die Beratung von Mietschuldner/- innen und die Vermittlung zwischen Mietpartei und Vermieter/- in. Ziel ist die Erhaltung und Sicherung des Wohnraumes. Die Präventionsstelle ist niedrigschwellig und aufsuchend tätig. Sie begleitet bei Bedarf zu Behörden, geht direkt zu den Menschen in deren Wohnungen und hilft ggfls. bei Antragsstellungen. Es werden Maßnahmen zur Sicherstellung der Mietzahlungen eingeleitet. Kann der Wohnraum nicht erhalten werden berät die Präventionsstelle beim Finden von Alternativwohnraum.

Immer mehr Menschen sind überschuldet und leben, manchmal trotz einer Arbeitsstelle, in prekären finanziellen Verhältnissen. Zudem besteht in der Region Neu-Ulm / Ulm ein großes Wohnraumproblem. Bezahlbarer Wohnraum ist äußerst knapp. Verlieren Menschen in prekären Lebenslagen ihre Wohnungen ist es äußerst schwierig, fast unmöglich, in der Region eine andere Wohnung zu finden und der Weg in die Obdachlosigkeit ist somit sehr wahrscheinlich. Bevor jedoch finanzielle Schwierigkeiten, Arbeitslosigkeit oder sonstige Krisen zu Mietschulden und damit zu einer fristlosen Kündigung oder Räumungsklage führen, gibt es eine Chance vorbeugend zu handeln! Hier setzt die Präventionsstelle für Wohnraumerhalt an.

Mit Mietschulden sind zahlreiche menschliche Schicksale verbunden. So geriet ein Familienvater mit zwei schulpflichtigen Kindern in Schwierigkeiten, nachdem er mit seiner selbstständigen Tätigkeit als Staubsaugerverkäufer über einen längeren Zeitraum große Umsatzeinbußen hatte. Infolgedessen kam er mit der Miete in Verzug und die Familie erhielt die Kündigung der Mietwohnung. Bei Überprüfung der Einkommenssituation stellte sich heraus, dass die Familie ergänzenden Anspruch auf ALG II hatte. Die Präventionsstelle war bei der Antragstellung behilflich und mit dem Vermieter wurde eine Ratenzahlung vereinbart. So konnte die Wohnung erhalten werden.

Auch Vermieter können sich an die Präventionsstelle wenden. Je früher die Projektstelle von Mietschulden oder der Störung des Hausfriedens erfährt, desto größer sind die Möglichkeiten für den Wohnraumerhalt.

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Jubiläum und Sommerfest im Sozialpsychiatrischen Wohnverbund am 18. Juli 2013

Fünf Jahre nach dem Umzug in die Friedenstraße feiert der Sozialpsychiatrische Wohnverbund dieses Jahr das 20jährige Jubiläum des Heimbereiches seit der Eröffnung des Wohnheims in der Bahnhofstraße 81. Ein einschneidendes Ereignis, denn es war der Beginn der erfolgreichen Entwicklung unserer sozialpsychiatrischen Abteilung.

Aus diesem Anlass feiern wir dieses Jahr mit Sektempfang ab 11.00 Uhr.
Oberbürgermeister Gerold Noerenberg und der stellvertretende Landrat und Bezirksrat Herbert Pressl werden ein Grußwort, Dekanin Gabriele Burmann den Segen sprechen.

Es singt der Chor des Sozialpsychiatrischen Zentrums Illertissen.
Fürs leibliche Wohl sorgen wird die Tagesstätte Neu-Ulm.

Das Fest findet im Garten der Friedenstraße 26 in Neu-Ulm statt, für alle (Regen-) Fälle werden wir ein größeres Zelt aufbauen.

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Zuverdienstprojekt in der Tagesstätte Illertissen

An zwei Tagen, Anfang April 2013, fand im Rahmen der Tagesstätte Illertissen das erste Zuverdienstprojekt statt. Aufgrund einer Anfrage der evangelischen Kirchengemeinde Illertissen sollten Briefe versandfertig gemacht werden.

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Die Pfarrsekretärin wies die Mitarbeiter und Besucher der Tagesstätte in die Vorgehensweise ein und überlies uns dann die Abwicklung in Eigenregie.

Unser Arbeitsauftrag lautete: zwei bereits gefaltete Blätter ineinander zu legen und zu kuvertieren, die Briefumschläge mit einem Stempel zu frankieren und am Schluss alle Briefe nach Ortschaften zu sortieren.

Im Vorfeld war es uns wichtig folgende Kriterien zu klären:

  • 2-3 verbindliche Termine für alle teilnehmenden Besucher / Besucherinnen
  • Planung - Arbeitsort
  • Planung - Arbeitsschritte + Zuständigkeit
  • geringfügige Vergütung

Mit viel Freude und Eifer beteiligten sich sieben Besucher der Tagesstätte an dem Projekt. Die evangelische Kirchengemeinde stellte uns einen Raum zur Verfügung, sodass der Auftrag zeitnah und zu aller Zufriedenstellung erledigt werden konnte.

 

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Nach zwei mit Arbeit voll bepackten Terminen, wurden die fleißigen Helfer mit zwei Gutscheinen für ein Mittagessen in der Tagesstätte entlohnt.

Viele Hände bereiteten der Arbeit ein schnelles Gelingen.

Das Zuverdienstprojekt fand großen Anklang bei den Besuchern und es wurde seitens der evangelischen Gemeinde angefragt, ob wir wieder einmal Arbeiten für sie erledigen würden.

Dies freute uns sehr und machte uns deutlich, dass es ein gelungenes Projekt war.

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Presseberichte

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Millionenschwere Schäden, Betroffene vor dem Nichts

Diakonisches Werk Bayern bittet weiter um Spenden für Flutopfer

Nürnberg; 14. Juni 2013. In dieser Woche besuchte der Landesvorstand der Diakonie Katastrophengebiete vor Ort, um mit Betroffenen und Mitarbeitern ins Gespräch zu kommen. Präsident Michael Bammessel sicherte wirksame Unterstützung zu. In Deggendorf sind mehrere Ortschaften unter Wasser. Die Bewohner warten seit über eine Woche, dass sie in ihre Häuser zurückkehren können. Junge Familien mussten ihre neu gebauten Häuser verlassen und stehen hoch verschuldet vor dem Nichts. Alte Menschen mussten aus Siedlungsgebieten evakuiert
werden. Viele werden ihre Häuser nicht mehr bewohnen können. Menschen werden arbeitslos, weil ihre Firmen vor dem finanziellen Ruin stehen.

Ähnliche Meldungen erreichen die Diakonie Bayern aus den Dekanaten Rosenheim und Traunstein. Das für die Katastrophenhilfe zuständige Vorstandsmitglied Birgit Löwe machte sich in Passau ein Bild von der Lage vor Ort. "Die Verzweiflung bei den betroffenen Menschen ist groß. Neben finanziellen und materiellen Hilfen brauchen diese Menschen auch Ermutigung und gelebte Solidarität.", so Löwe nach ihrem Besuch.

Hilfen sind weiterhin dringend nötig
Michel Bammessel, Präsident der Diakonie Bayern, dankt allen Spenderinnen und Spendern für die bisherigen Hilfen. Er appelliert an die Menschen in Bayern, sich weiterhin an finanziellen Hilfen zu beteiligen. "Das Ausmaß der Schäden in privaten Haushalten wird in die Millionen gehen. Vielen Familien wird die existenzielle Grundlage entzogen. Das Engagement der Diakonie wird wohl über Monate andauern."

Anträge auf Haushaltsbeihilfe werden entgegengenommen
Die Mitarbeitenden der Kirchlichen Allgemeinen Sozialarbeit der Diakonie (KASA), aber auch Notfallseelsorger sind mit den betroffenen Familien in Kontakt und, wo nötig, auch zu Hausbesuchen bereit. Die Anlaufstellen der Beratungsstellen in Bayern finden Hilfesuchende auf
www.diakonie-bayern.de in der Rubrik "Aktuelles", und dort unter "Katastrophenhilfe".

Die Diakonie Bayern, die auch vom Bundesverband in Berlin fachlich und finanziell unterstützt wird, bittet weiterhin um Spenden. Die Mittel werden dringend benötigt.

Diakonie Katastrophenhilfe
Kennwort: Fluthilfe
Konto 99 88 0
Bank Evangelische Kreditgenossenschaft Kassel (EKK)
BLZ 520 604 10

Informationen über Diakonie Katastrophenhilfe Bayern:
Fritz Blanz
Tel.0911 / 935 444, Mail: blanz@diakonie-bayern.de

Mit freundlichen Grüßen
i.A.

Marion Barth

Diakonisches Werk Bayern e.V.
Marion Barth
Partnerschaften
Katastrophenhilfe
Pirckheimerstraße 6
90408 Nürnberg
Tel: 0911/9354-334
PC-Fax: 0911/9354-34-334

Email: barth@diakonie-bayern.de
Web: www.diakonie-bayern.de

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Verhandlungen mit den Kassen gescheitert

Diakonie Bayern fordert Rückkehr zum solidarischen Gebührensystem

Nürnberg, 14. Juni 2013. Die Lage in der ambulanten Pflege wird immer prekärer. Schuld daran ist zusätzlich zur ohnehin unzureichenden Finanzierung ambulanter Pflegeleistungen durch die Kassen die im Pflegeneuausrichtungsgesetz (PNG) vorgesehene Wahlmöglichkeit der Pflegebedürftigen zwischen Leistungskomplexen und Zeitleistungen. Die Kassen sehen sich nicht in der Lage, die dadurch für die Pflegedienste zu erwartenden massiven Verluste ausreichend gegen zu finanzieren. Mitte Mai sind die Verhandlungen mit den Verbänden der Freien Wohlfahrtspflege und der privaten Träger gescheitert. "Wir können unsere Pflegedienste nicht sehenden Auges in ein finanzielles Desaster rutschen lassen", begründet Dr. Tobias Mähner, 2. Vorstand der Diakonie Bayern, die Abkehr der Wohlfahrtsverbände vom Verhandlungstisch.

Im seit Januar geltenden PNG ist eine Wahlmöglichkeit der Pflegebedürftigen zwischen den bisher üblichen Leistungskomplexen und den neu einzuführenden Zeitleistungen vorgesehen. Das Konzept wirkt auf den ersten Blick schlüssig: Pflegebedürftige sollen täglich neu entscheiden können, ob sie eine pauschal und zeitunabhängig berechnete Komplexleistung in Anspruch nehmen wollen oder nach Zeitaufwand berechnete Einzelleistungen. Genauer betrachtet wird damit jedoch die bisher solidarische Finanzierung von Pflegeleistungen durchbrochen. Große Verlierer des Systemwechsels wären unter den derzeitigen Voraussetzungen die schwerkranken, höchst pflegebedürftigen Menschen. Denn wer lediglich Leistungen in geringerem Umfang braucht, fährt mit einer Abrechnung nach Zeit wesentlich günstiger.

Insgesamt steht damit das bisherige System auf der Kippe, das mittels pauschalierter Vergütungen für Leistungskomplexe einen solidarischen Ausgleich zwischen aufwendigem und weniger aufwendigem Pflegebedarf herstellt. Denn von der in der Präambel zum PNG formulierten Kostenneutralität kann keine Rede sein. Berechnungen der Wohlfahrtsverbände ergeben: Eine Steigerung der bisherigen Gebührensätze um 27 Prozent wäre notwendig, damit die von der Einführung der Zeitleistungen verursachten Verluste ausgeglichen werden können. Draufzahlen müssen die Patienten mit großem Pflegezeitbedarf, die zudem bedingt durch die Kostensteigerung immer zahlreicher auf Sozialhilfe angewiesen sein werden. Dieser Umstand und die Deckelung der Sachleistungsbeträge in den einzelnen Pflegestufen belasten wiederum die örtlichen Sozialhilfeträger. "Alles in allem würde sich also ambulante Pflege für die Mehrzahl der Beteiligten empfindlich verteuern, ohne dass damit irgendein Qualitätsgewinn verbunden wäre", resümiert Mähner.

Eng wird es aber auch für die ambulanten Pflegedienste. Schon unter den derzeitigen Rahmenbedingungen ist es kaum möglich, wirtschaftlich über die Runden zu kommen. Wird die Option auf Zeitleistungen eingeführt, muss aus Sicht der Wohlfahrtsverbände der Stundensatz für Pflegefachkräfte auf 46,24 Euro angehoben werden, der Stundensatz für Betreuung auf 38,33 Euro und der für hauswirtschaftliche Leistungen auf 30,42 Euro.

"Für uns ist offensichtlich, dass an einer Änderung des PNG kein Weg vorbeiführt, wenn ambulante Pflege nicht völlig unnötig, und damit unsinnig verteuert werden soll. An dieser Stelle ist der Gesetzgeber, also die Politik, gefragt", sagt Mähner. Die bayerische Diakonie fordert bis auf Weiteres die Beibehaltung des bisherigen solidarischen Systems der Leistungskomplexe. "Zusätzliche Mittel müssen allerdings dennoch ins System", fordert der Diakonie Bayern-Vorstand, "aber bitte zur Finanzierung angemessener Gehälter und zur Steigerung der Pflegequalität."

Diakonisches Werk Bayern e.V.
Thomas Nagel
Pressearbeit
Pirckheimerstraße 6
90408 Nürnberg
Tel: 0911 / 9354-202
Fax: 0911 / 9354-215
PC-Fax: 0911 / 9354-34-202
Mobil:0160 / 4786853
E-Mail: nagel@diakonie-bayern.de
Web: www.diakonie-bayern.de

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Alte Menschen in Ehren halten - würdige Pflege ermöglichen

Kundgebung aller kirchenleitenden Organe der ELKB zur Altenpflege

Du sollst deinen Vater und deine Mutter eh-ren, auf dass dir's wohl gehe und du lange
lebest auf Erden (4. Gebot)

Das vierte Gebot gibt uns Christen auf, die altgewordenen Eltern zu ehren, sie wertzuschätzen und zu umsorgen - zu Hause oder in einer Einrichtung. Ein Dasein in Würde ist gerade für Men-schen in der letzten Lebensphase unverzichtbar - zumal wenn sie auf Pflege angewiesen sind. Freundliche, liebevolle Zuwendung zum Menschen im Alter gehört zum Kern christlicher Ethik und betrifft die Mitte unserer Gesellschaft. Pflegebedürftigkeit darf nicht als rein individuelles Schicksal abgetan werden, sondern sie erfordert die generationenverbindende Solidarität. Eine angemessene Pflege und Betreuung ist Ausdruck der sozialen Güte unserer Gesellschaft.
Schon im Jahr 2002 hat die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern (ELKB) in einer Kundge-bung zur Altenpflege Defizite benannt und eine Verbesserung der Rahmenbedingungen ange-mahnt. Umso mehr sehen wir mit Sorge, dass sich die Situation in der Pflege seitdem verschärft hat. Der beschleunigte demografische Wandel, die anhaltende Unterfinanzierung der Pflege und der sich dort zuspitzende Fachkräftemangel sind eindeutige Alarmzeichen. Bereits bis 2020 wird die Zahl von heute 2,5 Millionen Pflegebedürftigen auf knapp 3 Millionen steigen - dann fehlen voraussichtlich über 200.000 Pflegekräfte. Dabei bleibt den Beschäftigen schon heute oft viel zu wenig Zeit für die ihnen anvertrauten Menschen. Daran hat auch das seit Anfang 2013 geltende Pflege-Neuausrichtungsgesetz kaum etwas geändert: Nach wie vor sehen sich die Pflegekassen nicht in der Lage, würdige Pflege in angemessener Qualität und mit Zeit für mehr persönliche Zuwendung zu finanzieren.

Was ist zu tun?

  • Der Pflegebedürftigkeitsbegriff ist mit Blick auf Menschen neu zu definieren, deren All-tagskompetenz eingeschränkt ist, z.B. Demenzkranke.
  • Das derzeit oft als entwürdigend empfundene Begutachtungsverfahren zur Einstufung der Pflegebedürftigkeit ist dieser Neudefinition anzupassen.
  • Die Beiträge zur Pflegeversicherung müssen um einen weiteren Prozentpunkt angehoben werden. Langfristig gehört auf die Agenda der Politik eine Neukonzeption der Finanzie-rung der Pflege (z.B. auch steuerfinanziert).
  • Durch diese verbesserte Finanzierung soll auch eine Aufstockung des Pflegeheimperso-nals um mindestens 10% bei allen Trägern der Altenhilfe ermöglicht werden.
  • Eine Entbürokratisierung des Pflegebereichs ist dringend geboten, damit das Personal mehr Zeit für den eigentlichen Dienst an den Menschen und mehr Raum für Zuwendung hat.
  • Der Forderung "ambulant vor stationär" ist im Sinne von Gleichwertigkeit entgegen zu-stellen: "ambulant und stationär" - je nach individuellem Pflegebedarf.
  • Das Image der Pflege muss gefördert werden. Damit mehr junge Menschen einen Pflege-beruf ergreifen, braucht es eine bessere Bezahlung und eine bessere Durchlässigkeit in den Ausbildungsgängen (z.B. auch mit Blick auf akademische Qualifizierungsmöglichkeiten). Zu begrüßen ist in diesem Zusammenhang, dass seit kurzem die Bedingungen für eine schulgeldfreie Ausbildung in der Altenpflege geschaffen wurden.
  • Qualifizierte ausländische Berufsabschlüsse müssen in Deutschland schneller anerkannt werden, damit mehr Pflegekräfte zur Verfügung stehen.
  • Wir fordern Politik und Pflegekassen auf, eine Konzeption zur Aufwertung der Pflegebe-rufe vorzulegen. Als Landeskirche und Diakonie bieten wir unsere Mitarbeit an.
  • Menschen, die pflegebedürftige Familienangehörige zu Hause versorgen, brauchen mehr Anerkennung und großzügigere Erleichterungen (z.B. bei beruflichen Chancen, Renten-anrechnung, Urlaubsgewährung und Entlastungsangeboten für den Alltag.) Das betrifft bisher vor allem Frauen.
  • Menschen, die keine Kraft für Pflege mehr haben, benötigen Verständnis, Unterstützung und seelsorgliche
    Begleitung.

 

Die ELKB und ihre Diakonie folgen dem Anspruch einer menschenwürdigen Pflege seit langem: Aktuell werden in über 600 Einrichtungen kleiner und großer Träger der bayerischen Diakonie ca. 40.000 Menschen von 25.000 Pflegekräften und 7.600 ehrenamtlich Pflegenden ambulant und stationär an Leib und Seele betreut. Die Landeskirche und ihre Diakonie sehen dies nicht nur als eine Aufgabe, die subsidiär für das Gemeinwesen übernommen wird, sondern auch als originär kirchlich-diakonisches Anliegen. Im Übrigen erfordert die zunehmende Morbidität der Pflegebe-dürftigen eine hohe Fachlichkeit der Pflegekräfte, insbesondere auch in der Palliativpflege und der Hospizarbeit. Ehrenamtliches Engagement kann diese Fachlichkeit hilfreich ergänzen, jedoch nicht ersetzen.

Als Kirchenleitung danken wir ausdrücklich allen, die sich haupt- oder ehrenamtlich mit großem Einsatz für eine liebevolle Pflege engagieren, sowie den Mitarbeitenden in der Altenheimseelsor-ge. Wir ermuntern die Kirchengemeinden und Dekanate, das Thema Pflege in geeigneter Form z.B. in Gottesdiensten oder in der Erwachsenenbildung aufzugreifen. Die Gemeindeglieder bitten wir sich, z.B. für diakonische Einrichtungen vor Ort einzusetzen. Außerdem appellieren wir an alle Verantwortlichen in Dekanaten und Gemeinden, im Doppelwahljahr 2013 das persönliche Gespräch mit politischen Mandatsträgern zu suchen und auf die prekäre Situation der Pflege und nötige Reformen aufmerksam zu machen.

Wir wenden uns an alle bayerischen Bundestagsabgeordneten, an die bayerische Staatsregie-rung und alle Fraktionen im Bayerischen Landtag, sowie an die Mandatsträger in den Bezirken und an die Verantwortlichen in den Kranken- und Pflegekassen, sich für eine Verbesserung der Rahmenbedingungen zugunsten einer menschenwürdigen Pflege einzusetzen.
Gute Pflege geht alle an! Um diesem Anliegen breitenwirksam Gehör zu verschaffen, wird die bayerische Landeskirche mit ihrer Diakonie eine bayernweite Kampagne zur Altenpflege starten. Pflege braucht Pflege!

Nürnberg, 18. April 2013

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